Ayurvedisch Frühstücken

Typgerecht und kraftvoll in den Tag starten

Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettelmann, so lautet die heimische Bauernregel für den optimalen Start in der Tag. Wer nun das „klassisch-ayurvedische“ Frühstück aus etwas gekochtem Getreidebrei mit gedünsteten Früchten kennt, der denkt bestimmt, unsere „Alten“ hatten keine Ahnung, Weit gefehlt! Die alten Bauernregeln waren für ihre Zeit durchaus angebracht. Auch aus Sicht des Ayurveda ist ein großes, nahrhaftes Frühstück  für all  diejenigen wichtig, die noch einen Tag mit körperlicher Anstrengung und beschwerlicher Arbeit vor sich haben. Wer also für eine lange Bergwanderung rüstet oder seinen Wintervorrat an Holz hacken will, der tut gut daran, sein morgendliches Kapha mit einem kräftigen Frühstück aus Vollkorngetreide, Nüssen und Milchprodukten zu stärken. Selbst auf hochwertige Proteine, wie zum Beispiel ein Frühstücksei, muss laut Ayurveda nicht verzichtet werden.

Wenn sich die morgendlichen Anstrengungen jedoch lediglich auf dem Gang zum Parkplatz beschränken und der vor uns stehende Arbeitsmarathon ausschließlich im Kopf abläuft, dann empfiehlt Ayurveda leichte Nahrung, die uns mit schnell brennender Energie versorgt.

Nun lautet das Motto für ein gesundes Frühstück: warm, gekocht, leicht verdaulich und stoffwechselanregend. Was ist da besser geeignet als ein heißes Ingwerwasser und ein leckerer Getreidebrei garniert mit Mandeln, Rosinen und etwas Zimt?

Doch Achtung – ein ayurvedischer Frühstücksbrei muss nicht immer süß sein. Im Gegenteil, zu viel Süße am Morgen macht auch träge und destabilisiert den Insulinhaushalt. Auch in Indien wird das herzhafte Frühstück bevorzugt mit Upma, einem würzigen Gemüse-Gries. Die süße Alternative dazu wäre Sheera, ein süßer, in Ghee angerösteter Weizengries mit Mandeln, Rosinen, Kardamom, Safran und Zimt.

Kein Frühstück ist auch gesund

Wer am Morgen nur schlecht aus dem Bett kommt und unter einer schlechten Verdauung leidet, tut gut daran, auch einmal auf das Frühstück zu verzichten. Statt Brot, Käse oder Müsli darf es nun auch einmal nur heißes Wasser mit Ingwer und wahlweise mit etwas Honig und Zitrone sein. Alternativ darf es auch eine warme Milch mit Gewürzen sein. Dies hilft allen, die der alten Bauernregel „Esse abends wie ein Bettelmann“ nicht folgen wollen oder können.

Brei, Müsli oder Brot? Das entscheidet dein Dosha-Typ

Wer sein Frühstück auf typgerechte Weise ausrichten möchte, hat viele Alternativen zur Gestaltung seiner Morgenmahlzeit:

Dabei mag nicht jeder den süßen Brei am Morgen. Vor allem Pitta-Typen verspüren nach dem Aufstehen bereits einen gesunden Appetit und bevorzugen feste und kaubare Nahrung gegenüber einem sämigen Porridge. Also lieber „echtes“ Müsli und Vollkornbrot, anstatt gekochte Getreideflocken mit Apfelkompott.

Und was spricht eigentlich dagegen? Wichtig für den gesunden Pitta-Stoffwechsel ist vor allem der Verzicht auf saure Substanzen (wie Orangensaft und Joghurt) sowie die Beachtung der richtigen Kombinationen, wie keine rohen Früchte mit Milch und keine Milch zusammen mit Ei und Fleisch einzunehmen. Und das geht auch bei einem guten, deutschen Frühstück mit Vollkornbrot, vegetarischem Aufstrich, etwas Rohkost und Sprossen oder einem Müsli mit Nüssen.

Für Kapha-Typen ist ein zu großes und zu schweres Frühstück die beste Methode, um am Vormittag in komatösen Tiefschlaf zu verfallen. Schlecht für all diejenigen, die leistungsfähig sein und bleiben wollen. Aus diesem Grunde sollten all diejenigen, die über einen kapha-dominierten Stoffwechsel (mandagni) verfügen bis 10.00 Uhr am Morgen nur wenig zu Essen und auch nur dann, wenn sie wirklich Hunger haben.

Optimal zum Kapha-Ausgleich sind leichte, trockene und herzhafte Speisen, wie ein würziger Gerstenflockenbrei oder auch mal Hirse-Reiswaffeln mit Linsenaufstrich und Sprossen.

Vata-Typen erleben das ayurvedische Frühstück als Offenbarung. Sie lieben ihren warmen Frühstücksbrei mit gedünsteten Früchten, der ihnen Energie und wohlige Befriedigung für den ganzen Tag schenkt. Die verdauungsfördernden Gewürze von Zimt, Ingwer und Kardamom schmecken nicht nur gut, sondern helfen auch gegen Blähungen und Verstopfung.

„Brunch-Typen“ die eine üppige Frühstückskultur pflegen sind unter allen Konstitutionen vertreten. Für sie gilt vor allem ein gutes Zeitmanagement: Ab 10.00 Uhr steigt das Verdauungsfeuer mit der Sonne am Himmel zu einer guten Hitze- und Umsatzfähigkeit. Dementsprechend wird ein Brunch als Mittagessen gut verdaut. Besonders wenn es den ayurvedischen Ernährungsregeln folgt.

Artikel von Kerstin Rosenberg

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