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Die ayurvedische Ernährung

Du bist, was du verdaust

Ayurveda, die traditionelle Medizin Indiens, umfasst ein komplettes Ernährungssystem. Es basiert darauf, dass die Speisen individuell zusammengestellt und gut verträglich sind. Auf diese Weise schenken Nahrungsmittel nicht nur wertvolle Vitalenergie, sondern auch körperliche Gesundheit, emotionale Zufriedenheit und Klarheit in den Gedanken. Dabei ist ayurvedisches Essen mit seiner reichen Palette an Geschmacksrichtungen ein Genuss für die Sinne. Die ayurvedische Ernährung vereint wirkungsvolle Ernährungstherapie mit kreativer Kochkunst. Frische Lebensmittel werden passend zum Konstitutionstyp sowie zu den Tages- und Jahreszeiten ausgewählt und so auf den individuellen Stoffwechsel ausgerichtet. Eine breite Vielfalt an Kräutern und Gewürzen verleihen den Gerichten nicht nur einen wunderbaren Geschmack, sondern beeinflussen auch deren Verträglichkeit und Wirkung auf den Menschen. Mit viel Gespür für die intelligente Verwendung aller Schätze der Natur berücksichtigt eine ayurvedischer Speiseplan die physischen und mentalen Bedürfnisse des Einzelnen und fördert eine gesunde Lebensweise.

Ayurvedisches Gericht Hauptgang

Prinzipien der Ayurveda-Ernährung

Der Ayurveda kennt einige grundlegende Ernährungsprinzipien, die für alle Menschen unabhängig von der individuellen Ausprägung von Konstitution und Stoffwechsel gelten. Sie helfen dabei, die Doshas immer wieder neu ins Gleichgewicht zu bringen und die Verdauung zu optimieren. Die folgenden Ernährungsregeln in das tägliche Leben zu integrieren, kann die persönliche Leistungsfähigkeit steigern und die Gesundheit fördern. Außerdem eignen sie sich als Richtschnur für eine ernährungstherapeutische Diät.

  1. Genieße in Maßen

    Zu viel Nahrung kann genau so zu Störungen führen, wie zu wenig. Also: Iss in Maßen! Eine Faustregel ist, das Volumen deines Magens in vier Teile zu gliedern. Ein Teil ist für flüssige Nahrung (z.B. Suppen oder Getränke) und zwei Teile sind für die feste Nahrung „reserviert“. Der verbleibende vierte Teil sollte leer bleiben, um die Verdauungsfunktionen optimal zu unterstützen.

  2. Bereite deine Mahlzeiten selbst zu

    Wähle warme Speisen, möglichst selbst gekocht. Warme Mahlzeiten stimulieren den Stoffwechsel und die Verdauung, deshalb sollten zumindest das Mittag- und das Abendessen warm zubereitet sein. Auf diese Weise kann selbst Schwerverdauliches besser aufgespalten und verwertet werden.

  3. Achte beim Essen auf gute Qualität

    Hochwertig, frisch und mit Liebe angerichtet - so sieht reine Nahrung aus. Ernähre dich von Produkten, die möglichst wenig mit Schadstoffen, Insektiziden, Dünger oder Konservierungsmitteln in Berührung gekommen sind. Am besten baust du im Garten selbst Gemüse an und kaufst in Bioläden ein. Wähle Lebensmittel aus, die aus der Region stammen und gerade Saison haben.

  4. Wähle die passende Nahrung

    Lasse dich von deinen individuellen Essensvorlieben und Verträglichkeiten leiten, d.h. von deiner Konstitution (prakrti) sowie deinen aktuellen gesundheitlichen Beschwerden (vikrti).

  5. Trinke nicht beim Essen

    Eine bis anderthalb Stunden vor und nach dem Essen nichts zu trinken hält das Verdauungsfeuer in Gang. Direkt beim Essen regt es jedoch die Verdauung an, ein Glas heißes Wasser in kleinen Schlücken zu trinken. Eine weitere Ausnahme ist es, vor dem Essen einen verdauungsfördernden Tee zu sich zu nehmen. Generell sind stilles Mineralwasser, lauwarmes Leitungswasser sowie Kräutertees am besten geeignet, um den Durst zu löschen.

  6. Iss regelmäßig und ohne Zwischenmahlzeiten

    Ein verlässlicher Rhythmus ist wichtig für die Verdauung. Dabei solltest du möglichst auf Zwischenmahlzeiten verzichten. Erst wenn die letzte Mahlzeit verdaut ist, solltest du neue Nahrung aufnehmen. So können deine Stoffwechselprozesse ungehindert arbeiten. Wenn du drei Mahlzeiten zu dir nimmst, sind Frühstück und Mittagessen am Abend verdaut und das Abendessen am folgenden Morgen. Morgens kleines und leichtes Frühstück. Mittags arbeitet die Verdauung mit voller Kraft, daher Hauptmahlzeit. Abendessen ca. drei Stunden vor dem Zu-Bett-Gehen: leichte, warme Speisen.

  7. Nimm alle sechs Geschmacksrichtungen zu dir

    Der Ayurveda kennt sechs verschiedene Geschmacksrichtungen. Sind sie alle in einer Mahlzeit vorhanden, gilt das Essen als ausgewogen. Es entspricht den Verdauungsphasen, sie in dieser Reihenfolge zu essen: süß, sauer, salzig, scharf, bitter, herb. Koche am besten mit Ghee (Butterfett). Das unterstreicht den Geschmack und stimuliert zusätzlich die Verdauung.

  8. Speise in wohltuender Atmosphäre

    Die Seele isst mit! Suche dir zum Essen einen Ort, an dem du dich wohlfühlst, umgeben von angenehmen Dingen. Konzentriere dich ganz auf das Essen. So kannst du jeden Bissen genießen. Nebenher zu lesen, viel zu reden oder in den Fernseher zu schauen, stört die Verdauung und wirkt sich negativ auf deine Gesundheit aus.

  9. Iss mit Muße und kaue gut

    Auch hier gilt das rechte Maß: Iss nicht zu langsam, aber mit Ruhe. Kaue die Speisen gut und sei mit deiner Aufmerksamkeit ganz beim Essen. Magen und Darm werden es dir danken!

  10. Kombiniere klug

    Nahrungsmittel falsch zu kombinieren, gilt im Ayurveda als Auslöser verschiedenster Erkrankungen. So gehen zum Beispiel viele Hautkrankheiten darauf zurück, dass ungünstige Zusammenstellungen die Transportfunktionen blockieren und das Blut verunreinigen. · Milch verträgt sich nicht mit Saurem und Salzigem, Bananen, Granatäpfeln, Blattgemüse, Rettich, Senf, Senfsamen, Knoblauch, Fleisch, Fisch, oder Basilikum. · Mit Milch genießen kannst du dagegen: Honig, Zucker, Ghee, Amla-Früchte (Embilica officinalis), Mango, Weintrauben, Butter, Pfeffer, Ingwer sowie Gerste und Reisflocken. · Frische Früchte nicht zu gekochten Speisen dazugeben. Saure Früchte nicht mit Joghurt oder Käse kombinieren. · Fleisch passt nicht zu Rettich, Zuckerrohr-Produkten, Honig, Sesam, Milch und Sprossengemüse. · Fisch nicht zusammen mit Buttermilch, Milch, Joghurt oder Banane essen.

Tipps für Vata, Pitta und Kapha

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Manchmal kann ein Vata-Typ alle Speisen gut verdauen, doch oft leidet er auch unter Blähungen und kolikartigen Verdauungsbeschwerden. Spätestens wenn ein Mensch mit einem hohen Vata-Anteil in inneren Stress kommt oder sich in einer fremden Umgebung befindet, reagiert er mit Verstopfung und Völlegefühl.

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Ernährung für den Pitta-Typ

Normalerweise hat ein Pitta-Typ ein sehr gutes Verdauungsfeuer, welches sich durch starken Hunger und Durst, eine stabile Gesundheit und viel körperliche und sexuelle Energie bemerkbar macht.

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Ernährung für den Kapha-Typ

Das Verdauungsfeuer des Kapha-Typs ist recht schwach ausgeprägt und es lagern sich leicht Verdauungsrückstände und Schlacken im Körper ab. Aus diesem Grunde ist es auch für Kapha-Typen – trotz allerlei Diäten – besonders schwierig abzunehmen und sie fühlen sich nach dem Essen oft müde und schwer.

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