Der Februar gilt als eine der besten Reisezeiten für Indien – klimatisch wie auch akademisch. In den vergangenen Wochen haben über 30 Studierende und Alumni der Rosenberg Europäischen Akademie für Ayurveda an unseren Studienreisen und Praktikumsprogrammen in Nadiad, Thrissur, Pune und Jamnagar teilgenommen.
Was uns dabei besonders bewegt: Ayurveda nicht nur zu lehren, sondern im Ursprungsland im klinischen, universitären und kulturellen Kontext zu erleben – im direkten Austausch mit führenden Institutionen und Persönlichkeiten.
Mit Dankbarkeit blicken wir auf die wunderbaren und lehrreichen Wochen in Indien zurück und teilen in diesem Beitrag Einblicke der Stationen unserer aktuellen Studienreisen und Programme. Vielleicht bis du im nächsten Jahr auch mit dabei? (Studienreise 2027»)
Herzlichst
Kerstin und Mark Rosenberg
1. Kerala – Traditionelle Massage- und Manual-Therapie in Thrissur
Thissur in Kerala gilt als eines der kulturellen und medizinischen Zentren Keralas – jenes Bundesstaates, der weltweit für seine lebendige Ayurveda-Tradition bekannt ist.
Im Rahmen unserer Studienreise hatten wir die besondere Ehre, bei einer der renommiertesten Asthavaidya-Familien Südindiens zu lernen. Neben klassischer Ölanwendung und Marma-Therapie standen vor allem differenzierte diagnostische Zugänge und manuelle Techniken der südindischen Schule im Mittelpunkt.
Der direkte Unterricht in einer traditionsreichen Arztfamilie ermöglicht Einblicke, die weit über das Lehrbuchwissen hinausgehen – praxisnah, präzise und in jahrhundertealter Kontinuität.
2. Pune – Ernährungstherapie und Medical Cooking auf universitärem Niveau
Pune wird nicht ohne Grund als das „Oxford Indiens“ bezeichnet. Die Stadt verbindet akademische Exzellenz mit kultureller Vielfalt – und ist Heimat bedeutender Ayurveda-Gelehrter wie Prof. Subash Ranade und Vaidya Vasant Lad.
An der Tilak Ayurveda Mahavidyalaya» absolvierten unsere Teilnehmenden ein intensives siebentägiges Studienprogramm mit 25 Fachvorträgen und praxisorientierten Workshops. Schwerpunkte waren:
- ernährungsbedingte Erkrankungen
- differenzierte Diätetik bei chronischen Beschwerden
- therapeutisches Kochen (über 100 Rezepturen)
- Exkursionen in den universitären Heilpflanzengarten, die Pharmazie und das angeschlossene Krankenhaus
3. Jamnagar – Studium an Indiens führender Ayurveda-Universität
Der Campus der Gujarat Ayurved University (GAU) heute Institute for Teaching & Reseach in Ayurveda (ITRA)» gilt als einer der renommiertesten akademischen Standorte für Ayurveda weltweit. Traditionelle Lehre, klinische Praxis und moderne Forschung greifen hier eng ineinander.
Unsere Gruppe nahm an Fachvorlesungen zu Spezialthemen wie Schilddrüsenerkrankungen, Migräne, Tinnitus und Hypertonie teil – unterrichtet von erfahrenen Professorinnen und Professoren. Besondere Programmpunkte waren Führungen im Dravyaguna-Museum sowie der Bibliothek mit Original-Schriften der alten Samhitas auf dem Campus. Ein weiteres, unvergessliches Erlebnis war der Besuch des WHO Global Centre for Traditional Medicine» - ein bedeutendes Signal für die internationale Anerkennung traditioneller Medizinsysteme.
Neben dem universitären Austausch blieb Raum für kulturelle und spirituelle Begegnungen an historischen Tempelanlagen der Region.
4. Klinisches Praktikum im MAM Hospital, Nadiad
Das Praktikum an der MAM Ayurveda University» mit ihrem J.S. Ayurveda College und dem angeschlossenen P.D. Patel Ayurveda Hospital bietet unseren Studierenden die Möglichkeit, Ayurveda im klinischen Alltag zu erleben.
Unter der persönlichen Begleitung von Prof. Dr. S. N. Gupta und seinem Team nehmen die Teilnehmenden an täglichen Visiten, Fallbesprechungen und Therapieplanungen teil. Die intensive Supervision fördert diagnostische Sicherheit, therapeutische Klarheit und interkulturelle Kompetenz.
5. Vastu Shastra – gelebte indische Architekturlehre
Vastu-Shastra wird im Westen häufig verkürzt als „indisches Feng Shui“ bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich um eine komplexe, vedische Architektur- und Raumlehre.
Mark Rosenberg erhielt im vergangenen Jahr für seine wissenschaftliche Arbeit in diesem Bereich die Ehrendoktorwürde (D. Litt.) der MAM-University. Im Februar 2026 wurde er von der Uni als Gastprofessor für ein zweitägiges Seminar für postgraduale Studenten und Architekten nach Nadiad eingeladen und war auch beratend in Planungsfragen des WHO-GTMC Zentrums in Jamnagar tätig.
Diese Verbindung von Medizin, Raumkonzept und Heilumfeld unterstreicht den ganzheitlichen Anspruch unserer Arbeit.
6. Langjährige Partnerschaften – gelebte internationale Vernetzung
Indien ist für Kerstin und Mark Rosenberg seit Jahrzehnten mehr als ein Studienort – es ist ein zweites Zuhause. Aus dieser Kontinuität sind belastbare, freundschaftliche und institutionelle Partnerschaften entstanden, unter anderem mit:
Diese gewachsenen Beziehungen sichern die Qualität unserer Studienprogramme und ermöglichen authentischen, fachlich hochstehenden Austausch.
7. Ausblick: Internationales Ayurveda-Symposium 2026 in Birstein
Viele unserer indischen Partner werden im Oktober 2026 persönlich in Birstein zu Gast sein. Das Internationale Ayurveda-Symposium» bietet eine einzigartige Plattform für fachlichen Dialog zwischen indischen und europäischen Ärztinnen, Therapeuten und Wissenschaftlern.
Die Studienreisen 2027 knüpfen an diese Begegnungen an und vertiefen sie vor Ort in Indien.
Ayurveda im Ursprungsland zu studieren, bedeutet mehr als Wissenserwerb – es ist Begegnung, Kontext und Verantwortung.