Ayurveda Akademie

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Ayurvedische Massagen für die innere Balance

Vata-Störung „Winter-Depression“

Interview mit Petra Brattinger, Ayurveda-Therapeutin und Dozentin an der Europäischen Akademie für Ayurveda

Depressionen zählen zu den am weitesten verbreiteten Beschwerdebildern unserer Zeit. Wie wird diese Erscheinung aus Sicht des Ayurveda betrachtet?

Die Depression ist aus ayurvedischer Sicht primär als Vata-Störung einzuordnen. Wobei aus meiner Erfahrung eine genaue Dosha-Betrachtung vorgenommen werden muss. Bei dieser Gesundheitsstörung spielen Pitta- und Kapha-Störungen auch eine wichtige Rolle. Gerade das Zusammenspiel von körperlicher und geistiger Haltung bedarf eines großen Augenmerks.

Warum leiden viele Menschen besonders im Winter darunter? Oder ist es deiner Meinung nach ein falscher Mythos, dass es im Winter mehr Depressionen gibt?

Gerade im November steigen diese Beschwerden an. Die Tage werden kürzer, die Witterung drückt auf die Stimmung. Die Aktivitäten werden sehr reduziert. Sehr oft erzählen die Klienten von Verlust, Tod, Enttäuschungen und vermehrten Ängsten, die häufig in dieser Jahreszeit zunehmen.

Wie arbeitest Du mit Klienten/Patienten in Deiner Praxis, die unter Depressionen leiden?

Aus Sicht der Therapie stehen Abhyanga (Snehana) und Svedana im Vordergrund. Die Ernährung muß unbedingt sattvisch sein. Warme, frische und gekochte Speisen. Nicht zu VIEL!

Der psychologische Anteil ist aus meiner Sicht das Wichtigste. Betroffene Menschen brauchen individuelle Gespräche. Was sehr gut angenommen wird, sind spezielle Hausarbeiten: Was möchtest Du für Dich verändern? Was steht für Dich an erster Stelle für Deine Veränderung?

Dazu kommen Tipps für körperliche Aktivitäten wie Yoga sowie für Meditation und Atem-Techniken. Ich gebe außerdem gern Anregungen für Gruppenarbeiten, damit das eigene Thema entschleunigt wird.

Kannst Du uns zwei oder drei gute Tipps / Therapie-Empfehlungen aus Deinem Erfahrungsschatz geben, die Betroffenen Hilfe geben können?

Zu empfehlen ist eine Folge von Abhyangas mit anschließenden Svedanas. Um die sattivsche Ernährung kennenzulernen, eignet sich ein Kochkurs in einer kleinen Gruppe.

Für Menschen, die in den Wintermonaten aus dem inneren Gleichgewicht geraten, bieten sich ein Kurs in Yoga und Meditation an, um wieder in die eigene Mitte zu finden.

Petra Brattinger

Über Petra Brattinger

Petra Brattinger ist staatlich geprüfte Masseurin und med. Bademeisterin mit Schwerpunkt im Bereich Physiotherapie. Ihre Ayurveda-Ausbildungen absolvierte sie u. a. an der Europäischen Akademie für Ayurveda Birstein und in der Ayurveda-Klinik Nadiad (Indien). Sie besitzt einen reichhaltigen Erfahrungsschatz durch ihre langjährige Tätigkeit in der Prävention und im Kurwesen Deutschlands, Italiens, Indiens und der Schweiz und war zuständig für den Aufbau sowie die Leitung einer Ayurveda-Abteilung in einem renommierten Kur- und Wellnesshotel. Zurzeit leitet sie den Bereich Manual-therapie an der AyurSan-Klinik in Rotthalmünster und engagiert sich für die Qualitätssicherung im Bereich Ayurveda-Therapie als Mitglied im Vorstand des VEAT - Verband Europäischer Ayurveda-Mediziner und -Therapeuten e.V.